Berlin Courier

Redaktion

Vier Stellen, ein Hinterhof, keine Beilage

Berlin Courier ist eine unabhängige Redaktion für die Stadt. Wir berichten über Verwaltung, Bauen, Verkehr und Nachtleben, weil diese vier Themen in Berlin fast immer dieselbe Akte betreffen.

Angefangen hat alles im Herbst 2021 in einem Zimmer in der Malplaquetstraße. Eine Lokalredaktion war geschlossen worden, vier Kolleginnen und Kollegen wollten nicht in die Pressestellen wechseln. Die erste Ausgabe hatte acht Seiten, zwei davon über eine Schule in Moabit, an der die Turnhalle seit drei Jahren gesperrt war.

Heute arbeiten wir mit vier festen Stellen, zwei freien Fotografinnen und einem Korrektorat, das donnerstags kommt. Die Redaktion sitzt weiter in Wedding. Das ist keine Romantik: Von hier sind Rotes Rathaus, mehrere Bezirksämter und drei Baugebiete in zwanzig Minuten mit dem Rad erreichbar, und genau darum geht es in den meisten Texten.

Wir schreiben werktags, die Wochenendausgabe erscheint samstags und enthält den Bezirksteil. In der Woche kommen zwei bis fünf Meldungen pro Tag, je nachdem, was aus den Ausschüssen und Ämtern zu hören ist.

Redaktionsschreibtisch mit gedrucktem Bezirksplan, Notizbüchern und Kaffeetassen
Der Bezirksplan hängt seit 2022 an der Wand. Rote Punkte markieren Verfahren, grüne Punkte sind Termine im Bauausschuss.52.5481 N, 13.3517 O

Wie wir prüfen

Jede Meldung über ein Vorhaben braucht ein Dokument: eine Drucksache, eine Vorlage, einen Bescheid, ein Protokoll. Ankündigungen allein reichen nicht. Wenn es kein Dokument gibt, steht im Text, dass es keines gibt.

Zahlen prüfen wir gegen die Quelle, nicht gegen die Pressemitteilung. Bei strittigen Zahlen nennen wir beide Werte und das Erhebungsdatum. Zitate aus Sitzungen werden mit Zeitmarke aus dem Protokoll belegt.

Vor Veröffentlichung geht jeder Text an eine zweite Person in der Redaktion. Bei Vorwürfen gegen namentlich genannte Personen holen wir vorher eine Stellungnahme ein, mit einer Frist von mindestens zwei Werktagen.

Was wir nicht machen

Wir nehmen keine Anzeigen von Senat, Bezirken, landeseigenen Gesellschaften oder Wohnungsunternehmen an. Wir verkaufen keine Texte. Wir veröffentlichen keine bezahlten Beiträge und kennzeichnen Kooperationen, falls es sie gibt.

Wir arbeiten nicht mit Vertraulichkeitszusagen, die wir nicht halten können. Wer uns Dokumente schickt, bekommt vorher eine Einschätzung, was daraus im Text erkennbar wäre.

Wir berichten über Fehler in der eigenen Berichterstattung. Eine Korrektur steht am Ende des betroffenen Artikels, mit Datum und Uhrzeit, und bleibt dort stehen.

Korrekturen

Wenn eine Zahl falsch ist, schreiben Sie uns über das Formular. Nennen Sie den Artikel, die Stelle und nach Möglichkeit das Dokument, aus dem der richtige Wert hervorgeht. Wir antworten werktags innerhalb eines Tages und ändern den Text, sobald die Prüfung abgeschlossen ist.

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